Elektroinstallationen - die unterschätzte Gefahr im Haushalt
Veraltete und zu gering bemessene Stromkreise können gefährliche Brände verursachen.

Wer an Brandgefahren im Haushalt denkt, denkt meist an glühende Bügeleisen, brennende Heizlüfter und die abendliche Zigarette im Bett. Was die wenigsten wissen: Zehn bis 15 Prozent aller Wohnungsbrände gehen auf Schwelbrände und defekte Haushaltsgeräte zurück. Während in Neubauten vor allem überlastete Stromkreise Risiken bergen, sind es in älteren Gebäudebeständen veraltete oder schadhafte Elektroanlagen.
Damit hatte er nicht gerechnet: Als Uwe Keber gegen 23 Uhr nach Hause kam, stieg ihm ein unangenehmer Brandgeruch in die Nase. Der 36-jährige Busfahrer war sofort alarmiert – und hatte Glück im Unglück. Denn die durchgeschmorte Elektroleitung in der Küche sprühte bereits Funken. Wenige Handgriffe genügten, und die Gefahr war gebannt. Leider kommen Mieter und Eigentümer nicht immer mit dem Schrecken davon. Denn schadhafte oder unzureichend ausgelegte Elektroanlagen sind in Deutschland an der Tagesordnung – in 10,6 Mio. Wohngebäuden aus der Nachkriegszeit ebenso wie in Neubauten, deren Elektroinstallation oft nicht einmal den Mindeststandard nach DIN 18015 erfüllt. Ein Versäumnis, das für viele Bewohner brandgefährlich werden kann. Vor allem in der Küche führt der Einsatz von Steckdosenleisten schnell zur Überbelastung der Elektroanlage.
Eine gute Elektroplanung spart Geld und schafft Sicherheit. Brandursachen sind hausgemacht, denn Schwelbrände wie der in der Küche von Uwe Keber können sich jederzeit ereignen. Besonders gefährdet sind ältere Liegenschaften, deren Elektroleitungen noch mit textilen Isolierungen ummantelt sind. Werden diese im Laufe der Jahrzehnte spröde, brechen sie. Gefahren lauern aber auch durch die permanente Überlastung der Elektroleitungen. Insbesondere in Wohnungen, die über eine zu geringe Anzahl an Steckdosen und Lichtauslässen verfügen. Aus schierer Not legen Mieter und Eigentümer dort oft selber Hand an. Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, da der inflationäre Einsatz von Steckdosenleisten und Verlängerungskabeln die Elektroanlage dauerhaft an ihre Belastungsgrenze führt. Hausgemacht ist das Problem aber auch in anderer Hinsicht: Eine Studie des Fraunhofer Instituts hat ermittelt, dass in bundesdeutschen Haushalten im Durchschnitt sieben bis zehn Großgeräte zum Einsatz kommen. Obwohl fast alle diese Geräte einen eigenen Stromkreis benötigen, teilen sie sich vor allem in Altbauwohnungen gerade einmal magere zwei bis drei Stromkreise – inklusive Beleuchtung.
Das Gebot der Stunde: Zukunftsfähig modernisieren
Dabei sind Brandgefahren durch zu gering ausgelegte Elektroinstallationen grundsätzlich vermeidbar. Vor allem wer ohnehin modernisieren will, sollte auch die Elektroanlage auf den neuesten Stand bringen. Komfortabel und mit wirtschaftlichem Augenmaß meistern Mieter und Eigentümer diese Aufgabe mit Hilfe der neuen ELEKTRO+ -Broschüre „Raumplaner" auf Basis der Planungsnorm DIN 18015 und der offiziellen Ausstattungsrichtlinie RAL RG-678 des Fachverbandes für Energie-Marketing und -Anwendung (HEA).Der „Raumplaner" und auch die für die Planung hilfreiche „Checkliste Elektroinstallation in Wohngebäuden" sind als kostenloser Download unter www.elektro-plus.com oder per Post bei der Initiative erhältlich.





